Rainer Dickel & Toni Heiler
Ein starkes Team
Toni Heiler & Rainer Dickel
Die Geschichte zum DMSB Sportbikepokal PRO THUNDER

Schleizer Dreieck 8.-10. Mai 2009
Toni Heiler schreibt Moto Morini Geschichte

Sensation bei den Donner-Vögeln: Haudegen Toni Heiler, mittlerweile schlanke 50 Jahre jung, stellt die fast 200 Kilogramm Duc Dickel - Moto Morini 1200 mit gerade einmal 132 PS Motorleistung auf die Pole Position - mit zwei Sekunden Vorsprung.
Aber zum einen hat Heiler auf dem Schleizer Dreieck schon Runden gedreht, als andere noch an der
Milchflasche hingen, zum anderen mobilisiert das rechte Handgelenk des Kölners stets diverse Extra-Zehntel.
Philipp Messer mit der Ducati 996 SPS, Michael "Bundy" Roth auf der Superduke und Frank Behrje komplettieren die erste Startreihe.
Nach dem Start setzt sich Heiler sofort vor Messer an die Spitze und entschwindet. Dahinter verliert Roth zwei Plätze an Behrje und Christoph Hellmich auf der Triumph. Heiler dreht derweil ungefährdet seine Runden, reduziert ein wenig das Tempo (“lch hatte beim Überrunden einen Rutscher, bin danach etwas vorsichtiger geworden") und beschert einer Moto Morini den (sehr wahrscheinlich) ersten Sieg bei einem Rundstreckenrennen.
Im zweiten Lauf am Sonntag kann Philipp Messer Heiler etliche Runden lang unter Druck setzen. Er übernimmt Mitte des Rennens sogar kurz die Führung. Doch Heiler kontert mit seinem italienischen Design-Eisen immer wieder in den Kurven- und Bremspassagen, dreht am Ende noch mal richtig auf:zweiter Sieg für eine Moto Morini. Der Duc Dickel Mannschaft stehen die Freudentränen in den Augen.
  • Toni Heiler mit DucDickel - MotoMorini
  • Die DucDickel - MotoMorini vor dem Start
  • Toni Heiler und die DucDickel - MotoMorini vor dem Start
Toni Heiler auf DucDickel - MotoMorini
13./14.6.2009
Festival Italia
Oschersleben



Messers Revanche

Beim Auftaktrennen in Schleiz hatte Toni Heiler mit der schwergewichtigen Duc Dickel-Moto Morini bereits für Aufsehen und einen Doppelsieg gesorgt. In Oschersleben stellte der Kölner die exotische Italienerin erneut auf die Pole. Mit Gaststarter Hendryk Peuker stand ein erfahrener und schneller Gastpilot neben ihm und damit noch vor dem direkten Meisterschafts-Verfolger von Heiler, Philipp Messer (Team First Attack). Der Ducati-Pilot mußte in Schleiz zweimal in die fetten Morini-Auspufftöpfe schauen. Heiler, der im dritten Qualifying einen heftigen 180-km/h-Abflug nahezu unverletzt überstand, übernahm nach dem Start zum ersten Rennen am Samstag gleich die Führung.
Mit schweren Folgen: in der zweiten Runde Iöste sich am Morini-Triebwerk ein Kühlwasserschlauch. Während fast ein Dutzend dicht folgender Piloten am Ausgang der Hasseröder-Kurve auf dem Nass in die Wiese rutschten, riss das Wasser Heiler auf der folgenden Geraden von den Rädern. Das Rennen wurde sofort abgebrochen und erst am Sonntag neu gestartet. Dennoch konnten einige Kontrahenten, wie zum Beispiel der Trainingsvierte Heiko Eichhorn oder der Achte Frank Behrje, nicht mehr an den Start gehen. Hendryk Peuker kam am schnellsten vom Start weg, doch dann übernahm Philipp Messer das Kommando. Gemeinsam mit dem angeschlagenen Toni Heiler brauste das Trio um den Börde-Kurs, wobei sich Messer zunehmend absetzen konnte. Peuker seinerseits legte einen Sicherheitsabstand von zwei Sekunden zu Heiler.
,,Wir haben in der Nacht sicherheitshalber den Serien-Motor eingebaut, damit hatte ich gut 15 PS weniger und endgültig keine Chance zu kontern", so Heiler.
Hinter dem Trio folgten mit Harald Evers(Team ZAB-Zweiradtechnik) und Alexander Voigt (UIB-Racing-Team) zwei Triumph-Piloten. lwer Gerdsen war auf Rang sechs bester Aprilia-Fahrer, Joachim Scholz (Team Pegasus-Racing), anfangs gut dabei, warf die blaue Buell bereits nach drei Runden in die Botanik. Jorn Widderich (Motomania Racing-Team) konnte seine runderneuerte Ducati 998 S immerhin auf Platz sieben ins Ziel bringen.

  • Mit der MotoMorini ins Kiesbett
  • Mit der MotoMorini ins Kiesbett
  • Mit der MotoMorini ins Kiesbett
  • Mit der MotoMorini ins Kiesbett
Toni Heiler auf DucDickel Morini
Im zweiten Heat am Nachmittag gewann Toni Heiler den Sprint zur ersten Kurve und legte damit die Basis für ein herrliches Rennduell mit Philipp Messer, dem Sieger aus Lauf eins.
Messer überholte den Kölner auf den Geraden immer wieder mit seiner überlegenen Ducati- Power, animierte Heiler seinerseits zu extremen Superspätbrems-Manövern der feinsten Sorte. Neun von elf Runden konnte Heiler den First-Attack-Piloten hinter sich halten, dann sorgte ein Überrundeter samt gelber Flagge für den Verlust des notwendigen Abstands, den Heiler für die Zielgerade brauchte. Messer nutzte die Chance eiskalt und fuhr so zum knappen Sieg.
Hendryk Peuker hatte auf den zweiten Start verzichtet, sodass Harald Evers mit der ZAB-Triumph Daytona 675 zu Treppchen- Ehren kam. Jorn Widderichs toller vierter Platz im zweiten Lauf war Balsam für die Seele des Gruppencrash-geschundenen Ducati-Piloten. Frank Schumacher, im ersten Lauf noch unauffälliger 13., arbeitete sich auf der FS-Racing-Ducati 999 S in Heat zwei stark auf Position sieben vor. Direkt dahinter Michael Polenz, der von Startplatz 15 mit seiner KTM Superduke ebenfalls etliche Platze gutmachen konnte.
Philipp Messer übernimmt nach Oschersleben mit vier Punkten Vorsprung die Führung vor Toni Heiler. Der hat für den Lausitzring natürlich Revanche angekündigt, wird aber dort nur einen Lauf bestreiten können. Es bleibt also spannend im PRO Thunder-Championat.
  • Toni Heiler auf DucDickel - MotoMorini
  • Toni Heiler auf DucDickel - MotoMorini
  • Toni Heiler auf DucDickel - MotoMorini
  • Toni Heiler auf DucDickel - MotoMorini
Team DucDickel in Oschersleben
Toni Heiler (Team DucDickel) kam mit der Ansage nach Oschersleben, zumindest noch ein Rennen zu gewinnen, wenn schon der Meistertitel praktisch futsch war.
Im Juni hatte er in der Börde zwei Niederlagen gegen den Tabellenführer Philipp Messer (Team First Attack) hinnehmen müssen, allerdings waren sowohl er als auch seine Morini angeschlagen. Im Training unterstrich der Kölner mit klarer Bestzeit seine Ambitionen, ebenso wie mit einem perfekten Start an die Spitze. Mitmischen wollte aber auch das Pegasus Raceteam mit der Buell 1125 R. Als Fahrer war Manni Kehrmann vorgesehen, doch der verletzte sich bereits im freien Training und verzichtete auf den Start. Den freien Platz im Buell-Hocker übernahm Harald Kitsch, der dafür auf seinen Start mit der KTM in der Superbike Open verzichtete — so hatte er immer noch zwei Eisen im Feuer, zumal er ja auch noch in der Sound of Thunder heißer Titelkandidat war. Kitsch gelang es, sich in den Windschatten Heilers zu hängen und den Moto Morini—PiIoten wenigstens ein paar Runden unter Druck zu setzen, eher er den Anschluss verlor.
Derweil war Favorit Philipp Messer schlecht weggekommen und musste sich erst mühsam an den Kollegen Alexander Vogt (Team U-I-B-Racing), Jan Teichmann und dem Monster—Treiber Frank Spenner (Team U—l-B-Racing) vorbei arbeiten.
Letztlich reichte Messer der dritte Platz, um den Titel sicherzustellen. Frankie Behrje holte auf seiner Bergel-Factory Platz 8, dicht gefolgt von dem Trio Infernal aus Jorn Widderich (Motomania Racing Team), Ulli Geier und Georg Günther.
Der zweite Lauf am Sonntag war an Dramatik kaum zu überbieten: Kitsch folgte Heiler wie ein Schatten, überholte Ende der fünften Runde sogar, als das Rennen wegen des Unfalls von Iwer Gerdsen, der in Lauf 1 noch formidabler Sechster geworden war, abgebrochen werden musste. Gerdsen wurde per Heli in die Uniklink geflogen, wo sich seine Blessuren als überschaubar herausstellten.
  • Toni Heiler auf DucDickel - MotoMorini
  • Toni Heiler auf DucDickel - MotoMorini
  • Toni Heiler auf DucDickel - MotoMorini
Toni Heiler in Aktion auf DucDickel - Morini
Heiler nahm aus ,,Rennen Teil 1" 16 Hunderstel Vorsprung mit und wusste: Wer beim zweiten Heat vor dem anderen in Ziel kommt, gewinnt die Addition. Und so gaben die beiden Altmeister einfach alles. Kitsch versuchte es an allen erdenklichen Stellen, rauschte abermals mit Zentimeterabstand hinter HeiIer durch Ziel.
,,Es hat einfach riesig Spaß gemacht, mit Toni zu kämpfen", erklärte der glückliche Buell—Pilot im Ziel. Im Zuge des Fights um die Spitze ging die erneute Aufholjagd von Meister Messer und sein erfolgreiches Duell mit Ralf Wobker auf der 749 R (Team Ducati Melle) um Rang drei fast unter.
Auch in Lauf 2 gelang es Behrje, sich Georg Günther und Ulli Geier vom Leib zu halten, Letzterer musste aber diesmal noch Frank Schumacher den Vortritt lassen. Raimund Schäfer, Norman Piambeck (in seinem erst zweiten Rennen), André Limbach und Hartwig Kruse konnten nach Addition der Zeiten jeweils auch noch Punkte mit nach Hause nehmen.

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